Wegbegleiter

Mit ist ein kleines Büchlein in die Hände gefallen, mehr als zehn Jahre alt. Der lilafarbene Ledereinband bröckelt, und bei jedem anfassen bleibt ein Stück des alten Einbandes an den Fingern hängen.

Ich versuche mich zu erinnern, und als ich das Büchlein aufschlage, bleibt mir fast mein Herz stehen vor Freude. Ich hatte eine Zeit lang alle Wegbegleiter aus dem Kloster Selbitz und auch das, was mir beim lesen und beten wichtig war, aufgeschrieben. Damit sie nicht verloren gehen, möchte ich die für mich wertvollsten Erinnerungen hier teilen.

Physisch hatte ich einige Bibelkärtchen lange mit mir im Gepäck, einige sind noch in den Kartons in München. Das letzte echte Kärtchen hier in Kairo schenkte ich in diesem Frühommer einem ganz wunderbaren Menschen.

Achtsamkeit und das Teilen von Freude und Fröhlichkeit waren auch immer mal wieder Thema in der letzten Zeit.


Mein erstes Bibelkärtchen von der Christusbruderschaft, Oktober 2008 erhalten vom Pfarrer in St. Lukas, München vor der Wiederaufnahme in die Kirche. Und der Pfarrer sagte mir damals, man zöge immer das, was zu einem passe:
Ich habe dich je und je geliebt. Daher habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. (Jeremia31,3)

Als ich in Traurigkeit um Hilfe fragte:
Johannes: Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
Sprüche 20, 22: Harre des Herrn, er wird dir helfen.

Wegbegleitung zum Abschied nach dem Mitleben im Kloster:
Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege. (2. Mose 23, 20)

Zur Begrüßung im September 2009:
Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein (1. Mose 12, 2)

Wegbegleitung von Schwester A. im September 2009:
Meine Seele ist stille zu Gott der mir hilft (Psalm 62, 2)

Tanzen in der Orchesterwerkwoche, ich hatte das Meditative Tanzen dort angeboten:
Der Meister ist da und ruft dich. (Johannes 11, 28)

Traurig gewesen:
Die mit Tränen säen werden mit Freuden ernten. (Psalm 126, 5)

Geburtstagsgruß von Schwester A.:
Du hast Gnade vor seinen Augen gefunden und er kennt dich mit Namen.
Wenn du „Vater“ betest weisst du: Gott sagt vorbehaltlos ja zu dir und nimmt dich wie du bist. Das macht dein Leben von innen her singend auch mitten in der Glut der Anfechtung und des Leidens.
(Hanna Hümmer, Gründerin der Christusbruderschaft)

Kloster Selbitz, 2009:
In der Stille hat mich deine Liebe berührt, ich glaube. Leise erfüllt sich dein Wort.
(Jahreslesebuch „Leise und ganz nah“)

Karte von Schwester S., 2009 vor der Reise nach Rio:
Liebe Monika,
Jesus ist immer bei dir und läßt dich nicht allein. Geh in dieser Gewißheit und sei getrost und behütet.
In Liebe, deine Schwester S.
Der Engel Gottes ist auch bei dir! (Segen von Schwester S. und R.)

Leise und ganz nah – Hanna Hümmer, 15. Juli, gelesen in 2011, kurz vor Kairo, immer wieder aktuell:
Sorge nicht,
rechne nicht
bedenke nicht im voraus
was da kommen mag.
Bete Gott an.
Von ihm und zu ihm
und durch ihn
sind alle Dinge.
Darin ist die Lösung
von aller Angst

Antwort auf einen Weihnachtsgruß an G.:
Danke für den Engel und die Liebe, mit der er ausgesucht wurde.