Neue Liebe zu Norddeutschland

Das letzte Kapitel meines Buches, das bleibt im Buch. Obwohl es eigentlich auch ein Blogkapitel sein könnte. Im Juni habe ich mein Buch veröffentlicht, im Juli meinen Presseausweis erhalten und in Wacken dann für die Arab Metal Society den Social Media Content erstellt und für das Papyrus Magazin und Goethemagazin eine Reportge geschrieben. Bzw die ist noch in Arbeit.

Kiel war schön. Wie immer. Und diesmal war ich auch an der anderen Seite, an der Ostseite in Laboe und in Schönberg. Schön war das. Die Dünenlandschaft, die frische Seebrise. Der Sandhafen an der Kiellinie. „Moin“ zu sagen war schön. Kiel ist nicht zu vergleichen mit München. Und München muss es dieses Jahr auch unbedingt noch mal werden, alleine schon, um Menschen wieder zu treffen.

Aber was macht die neue Faszination zum Norden aus? Seit Kairo mag ich frische Seeluft. Und den Hafen. Und Wacken ist im Norden. Und neben der Ostsee sind es natürlich immer und immer wieder die Menschen. Die Musik und die Begegnungen in Wacken und im Norden. Und ich treffe hier auf Achtsamkeit. Insbesondere die Wacken Foundation bringt wichtige Themen mit auf das Festival. Kunst. Hospitz. Seenotrettung. Wacken achtet darauf, die Campingplätze „green“, also sauber zu hinterlassen. Kiel ist von der Stadt her eher bürglich. Aber es gibt auch Initiativen wie den Krach-Mach-Tach zum Thema Inklusion. Und die Gewinnerband bekommt VIP Tickets für Wacken. Hier treffe ich Menschen die gerne Tofu Wurst essen aus Überzeugung und es gibt in Kiel einen Burgerladen mit veganen Burgern. Ich möchte nicht absprechen, dass es das in München nicht auch gibt, aber zu meiner Münchner Zeit war das achtsam sein noch nicht so mein Thema. Nachdem ich bislang immer nur ein Mal im Jahr nach Deutschland kam und das der Norden war, begegnen mir hier nun auch diese Themen. Daher ist der Norden im Moment schön. Auch der trockene Humor der manchmal wortkargen Menschen. Neu, herausfordernd. Schön. Weil auch ich immer noch neue Themen entdecke. Und mit diesem nun etwas achtsameren Blick bin ich jetzt doch gleich wieder auch neugierig auf München.

Wie jedes Jahr habe ich die Energie und Lebensfreude aus Wacken mitgenommen. Neue Ideen für Projekte und mit Bands. Posaunistin und Studiosängerin in einer coolen Band. Das wär was. Und wenn mit Bands arbeiten, dann auf der Bandseite, als Tourmanager. Nicht auf Veranstalterseite. Es sei denn, es geht um die neuen Wacken Themen in Middle East. Ich freue mich darauf, Marokko kennen zu lernen. Und wenn ich sehe, welchen gesellschaftspolitischen Druck es schon wieder auf Festivals gibt im Libanon, dann wäre mir gleich nach einer Musikrevolution. Aber wie ohne Unruhe zu stiften? Mit welchen Projekten und mit welchen Partnern ginge es ohne Unruhe? Neue Herausforderungen. Mit den Partnern, die sich in Wacken bewährt haben und mit Musikern, die entsprechend engagiert sind und genau diese Herausforderung annehmen. Erste Gespräche sind schon geführt.

In diesem Schuljahr wird die Schule auch nicht die ganze Energie fressen, denn es sind pro Woche dieses Schuljahr nur drei Tage. Mit entsprechend finanziellen Einbussen aber entsprechender Freiheit im Kopf und Wacken Energie im Herzen. Endlich die Rahmenbedingungen von denen ich schon lange schreibe. Kairo, Kiel, Wacken. Ich kann alles und ich mache alles. Und München und Marokko auch.